digitale Bild-Bearbeitung

Ich möchte hier ein paar Worte, Tipps und Ideen über „digitale Bild-Bearbeitung“ verlieren ..

Vorgeschichte, Werdegang

Ich habe vor Jahren meine Bilder auf dem MAC mit iPhoto „gesammelt“ und dargestellt.

Als die Ansprüche an die Software wuchsen, bin ich zu Aperture (MAC) gewechselt. An sich war ich damals ganz zufrieden:

  • Die Software bot den Überblick über meine Bilder,
  • Bildbearbeitung war damals damit schon ganz gut machbar, (ich nutze gimp seit damals immer noch für erweiterte Ansprüche..)
  • Gesichtserkennung war ganz gut realisiert,
  • auch konnte man (über ein Plugin) GPS-Daten benutzen.

Als ich meine Kamera „upgradete“, waren jedoch die RAW-Bilder meiner neue Nikon nicht mehr von Aperture unterstützt.

Test und Versuche mit Lightroom und DarkRoom ließen mich aufgrund der leichteren Bedienbarkeit (für mich als Anfänger damals) zu Lightroom wechseln.

„Da“ bin ich immer noch, nicht mehr die Version 3.0 sondern 6.6, auch wenn es viele Kleinigkeiten gibt, die mich an diesem Produkt regelrecht „nerven“.

  • Gesichtserkennung war nicht möglich
  • keine GPS-Daten
  • die Benutzeroberfläche bei weitem nicht so ergonomisch und durchdacht, wie beim Konkurrenzprodukt

Aber seit dem Wechsel hatte ich keine Probleme mehr mit „Standard-Produkten“ wie „Nikon“ und auch ‚mal eine mehr oder weniger exotische andere Hardware ..

RAW-Format

Seit die Speicherkarten größer und günstiger wurden, habe ich komplett auf RAW-Bilder (mit zusätzlichen jpg-Vorschauen) umgestellt.

was ist RAW?

„RAW“ bedeutet „roh“, „unbearbeitet“.

Ganz grob, stark vereinfacht, und – technisch unkorrekt – kann man sich ein RAW Bild als „3 TIFF Bilder im RGB-Format“ vorstellen: übereinander gelegt, jeweils ein ROTES, GRÜNES, BLAUES Bild. Und zwar mit dem jeweils kompletten Daten-Inhalt ausgestattet.

Wie entsteht ein Bild in einer digitalen Kamera?

Jede digitale Kamera empfängt das „analoge“ Licht und wandelt die Helligkeitsimpulse im Sensor in digitale Impulse um. Man kann sich einen solchen Sensor wie ein Schachbrett vorstellen. Je mehr Felder vorhanden sind, desto besser, detaillierter wird das Bild in kleine quadratische Bereiche (Pixel) aufgeteilt. Für eine Schwarz-Weiß-Aufnahme benötigt man lediglich ein solches „Schachbrett“. Will amn jedoch in Farbe fotografieren, benötigt man 3 solcher Schachbrett-Schichten übereinander; jede Schicht ist für eine der 3 Grund-Farben (rot, grün, blau) „zuständig“.

Dies ist in einem Artikel von Adobe (https://www.adobe.com/digitalimag/pdfs/understanding_digitalrawcapture.pdf)  beschrieben. Auf der Seite 2 des PDF-Dokuments sieht man schön die 3 Schichten (der 3 Grund-Farben) übereinander.

Jede digitale Kamera produziert RAW…

Hier entsteht ein Bild im RAW-Format: -> Die einzenen Sensor-Felder geben das Signal als jeweiligen Impuls an den Prozessor weiter. (Ob die Kamera es dann auch im RAW-Format speichert, hängt von der Hardware und der Menü-Einstellung ab…)

Salopp gesagt werden beim RAW-Format die Daten, die vom Sensor geliefert werden, „unbearbeitet“, also „roh“ abgespeichert:

  • Wenn man das RAW-Format nutzt bzw. nutzen kann, erfolgt keine Weiterverarbeitung. Die Daten, die jeder einzelne Sensor-Punkt liefert, werden gespeichert. (-> Wenig Belastung des Prozessors der Kamera.)
    • deshalb: große Dateien, viel Information
    • alle vom Sensor gelieferten Details bleiben erhalten
  • Wenn jedoch JPG gespeichert werden, werden die Signale umgewandelt, nach Vorgabe des Kamera-Herstellers umgerechnet, ggf. auch verlustbehaftet komprimiert. Also „Entwickelt“. Informationen gehen unwiderbringlich verloren.
    • deshalb kleinere Dateien, weniger Details
  • große (RAW) Dateien: viel Information, viele Details
  • kleine (JPG) Dateien: wenig(er) Information, weniger Details

RAW und (Vor-) Urteile

Ich bin mit RAW-Aufnahmen sehr zufrieden; die Vorurteile mancher Kollegen und/oder Hobby-Fotografen kann ich (meist) nicht nachvollziehen:

  • RAW-Bilder sind groß

ja, viele Datails, grosse Dateien

  • es gibt zu viele Varianten von RAW-Bildern, je nach Hersteller
    • das ist leider korrekt, das war ja auch der Grund für meinen Software-Wechsel (Aperture -> Lightroom, s.o.)
  • man braucht eine Software, um RAW-Bilder anzuzeigen..
    • ja, stimmt, ist aber kein Argument, …
      • das gilt für JEDES digitale Bild, niemand kann BMP’s, JPG’s, TIFFs ohne (irgendeine) Software sehen. Wie der Name sagt, sind digitale Bilder als Nullen und Einsen auf einem Medium abgelegt:

Alle binär abgelegten Daten müssen konvertiert werden, damit man sie auf dem Bildschirm oder einem Drucker ausgeben, anzeigen kann …

lediglich Papierbilder und/oder DIAs bzw. Negative lassen sich OHNE ein Programm begutachten, da sie analog vorhanden sind.

Was jedoch stimmt ist, dass nicht jedes Programm, das (irgendwelche) Bilder anzeigen kann, auch RAW-Bilder „versteht“:

Der WindowsExplorer („Ansicht“ -> „Große Symbole“) zeigt in meinem Beispiel JPGs, RAWs meiner Nikon D810 (.NEF), aber keine RAWs der Sony RX100M3 (.ARW).

Windows Explorer zeigt manche Bilder an ..
Windows Explorer zeigt manche Bilder an ..
  • man muß RAW-Bilder entwickeln
    • muss man nicht. Die „oben erwähnten“ Programme zeigen  RAW-Bilder am Bildschirm an.
    • wer sich beim Fotografieren etwas mehr Mühe macht, kann mit einem „un-entwickelten“ Bild schon ganz gut leben …
    • aber man KANN ein RAW-Bild viel besser und erfolgversprechender weiterbearbeiten als z.B. ein JPG-Bild. Wie jedes andere digitale Bild KANN man Einstellungen wie Helligkeit“, „Kontrast“, „Farbspektrum“ etc ändern, um sie dem eigenen oder dem Geschmack der Auftraggeber anzupassen.

digitale Bild-Bearbeitung

Hier kommen wir zum Kern der „digitalen Bild-Bearbeitung“

  • aus einem Bild mit sehr grossem Helligkeitsspektrum (sehr helle und sehr dunkle Bereiche) kann man nur im RAW-Format noch etwas machen. HIer kommt die RAW-Entwicklung ins Spiel.  Ein in der Kamera erzeugtes JPG bietet da viel weniger Spielraum zur Reparatur.

Wenn das erste Beispielbild ein JPG wäre, könnte man nicht mehr viel „mit dem Himmel machen“.

digitale Bild-Bearbeitung
digitale Bild-Bearbeitung
digitale Bild-Bearbeitung
digitale Bild-Bearbeitung

Als RAW-Bild kann man jedoch die Helligkeit etwas zurücknehmen; schon wird der Himmel „blau“ und die Wolken im Himmel noch besser erkennbar ..

 

 

 

 

 

 

sicher, mit Verlaufsfilter etc. wird es noch besser, aber das ist ein anderes Thema.

 

<– zurück zu „Fotografieren – Bildbearbeitung – Bild-Datenbanken

unsere Leidenschaften sind Fotografie, digitale Bildbearbeitung und Programmierung (allg.)